Weitwandern auf Korsika - Berghuhn´s Rucksack

Wandern macht Spaß, aber nur mit nicht zu schwerem Rucksack. Wie man es trotz der notwendigen Ausrüstung und der Lebensmittel schafft, einen über Tage tragbaren Rucksack zu haben, zeigen wir Euch hier. Wir wollen keine erschöpfende Auflistung präsentieren, sondern jedem, der mit dem GR 20 liebäugelt ein paar Überlegungen anbieten, um die individuelle Ausrüstung zusammen zu stellen.

Fragen im Vorfeld

  • Jahreszeit: Zu welcher Jahreszeit wandere ich? Muss ich z.B. noch mit Altschneefeldern rechnen? Dann wird die Liste lang...
  • Übernachtung: Schlafe ich nur auf den Hütten? Dann sollte man vorher die Unterkünfte reservieren, kann sich aber das eigene Zelt sparen. Trotzdem sollte man einen eigenen Schlafsack dabei haben, oder zumindest einen Hüttenschlafsack. Wir haben nur eine Nacht auf einer Hütte verbracht und es gab dort keine Decken.
  • Essen: Verpflegung ist inzwischen fast auf allen Hütten erhältlich, die Auswahl variiert jedoch stark. Wir hätten auch auf jeder Hütte abends eine warme Mahlzeit zu uns nehmen können und nicht selbst kochen müssen. Den eigenen Kocher mit Topf fanden wir trotzdem gut für einen warmen Tee in der Früh oder die Nudeln am Abend. Essen für einen Tag muss man in jedem Fall mitführen, einige Energieriegel oder Trockenobst mit Nüssen sowie korsische Würste lassen sich ebenfalls gut transportieren.
  • Trinkwasser: Bei allen Hütten gab`s eine Quelle, anderweitige Getränke (im Klartext korsischer Wein ;-)) konnte man dort auch kaufen. Wir hatten jeder insgesamt zwei 1,5 l Wasserflaschen dabei, die wir je nach Bedarf ganz oder teilweise füllen konnten.
  • Orientierung: Für den GR 20 reichen im Prinzip die zwei französischen IGN-Karten Nr. 175 und 176 im Maßstab 1 : 100.000, da der Weg durchgängig gut markiert war. Außerdem ist ein aktueller Wanderführer hilfreich. Hier immer in die aktuellste Auflage investieren, da sich immer wieder Änderungen ergeben, wie z.B. gesperrte Streckenabschnitte. Ein GPS-Gerät haben wir nicht verwendet.

Wir sind den Weg im Sommer gewandert, d.h. ohne Schnee und Eis und waren mehr mit Hitze als mit Kälte konfrontiert. Die gesamte hier vorgestellte Ausrüstungsplanung basiert darauf.


Unsere Packliste

Hier unsere Liste, die uns bisher als guter Leitfaden gedient hat - aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Rucksack mit ca. 40-50 l & Regenhülle
  • 2-Personenzelt (wir sind bisher gut mit dem Hilleberg Naldo 2 unterwegs; zugegeben teuer, aber sehr solide), weitere Infos dazu siehe auch unter Packliste Radreise
  • (Daunen)Schlafsack + Inlay (für mehr Wärmeleistung)
  • Isomatte (Therm-A-Rest Prolite)
  • Gaskocher mit Topf,  Gaskartusche mit passendem Adapter für den Kocher. 
  • Teller, Haferl, Besteck, Taschenmesser
  • Stirnlampe (wer definitiv nur tagsüber unterwegs ist, ist mit einer LED-Lampe von Petzl gut ausgerüstet; falls die Touren mal länger dauern empfehlen wir Lupine Pico 4)
  • Trekkingstecken - hier gilt nicht unbedingt, dass die leichtesten Stecken die besten sind (habe selbst ausprobiert und musste feststellen, dass hier nicht jedes Gramm zählt, sondern die Teile einfach robust sein müssen)
  • Kulturbeutel mit dem nötigsten Inhalt & Taschentücher, außerdem Sonnencreme & Lippenschutz
  • Erste Hilfe Set (hier erklärt Dir Turbodoc was alles dazu gehört)
  • Karte bzw. Wanderführer (oder nur die relevanten Teile bzw Ausschnitte davon, um Gewicht zu sparen)
  • Waschlappen und/oder kleines Handtuch (toll ist das Sea to Summit Pocket Towel)
  • Falteimer: praktisch zum Wasser holen und Wäsche waschen
  • Regenjacke, Regenhose
  • Handschuhe + Mütze (vor allem die Mütze ist superpraktisch für kalte Nächte im Schlafsack)
  • Schlauchschaal von Buff (dient auch als zusätzlicher Sonnenschutz)
  • Kopfbedeckung (Kappe, Hut)
  • Sonnenbrille
  • 1 lange Wanderhose
  • 1 kurze Wanderhose
  • 1 Longsleeve
  • 1 lange Unterhose/Tight/Legging
  • für Mädels 2 Sport-BHs
  • 1 Fleecejacke / 1 Primaloft-Jacke
  • 2 Funktions-T-Shirts
  • 2 x Funktionsunterwäsche
  • 2 Paar Wandersocken (+ 1 Paar dünne Wollsöcklinge - wärmt wunderbar kalte Mädelsfüße)
  • wasserdichte Packsäcke, zum Wäsche packen; so kommt Ordnung in den Rucksack
  • Schnur + Wäscheklammern (hier gib`s super kleine und leichte)
  • passende und eingelaufene Bergschuhe
  • Handy & Ladegerät
  • Kamera & ggf. Ersatzakku
  • Perso & Auslandskrankenversicherung
  • Bargeld (Korsika ist ein teures Pflaster und auf den Hütten gilt "nur Bares ist Wahres"!)
  • ultraleichte Badeschlappen oder Flip Flops für die Dusche (es gibt bei den Hütten mehr oder weniger primitive Waschgelegenheiten mit Schlauch & meist (eis)kaltem Wasser)
  • Lebensmittel für die ersten 1,5 Tage (hier würden wir künftig weniger einpacken) - mehr dazu unter Outdoorküche
  • Wasser - hier verwenden wir unterschiedliche Größen einfacher PET-Flaschen, die wir regelmäßig wechseln. Auf Grund der vielen Quellen haben wir keinen Wasserfilter auf Korsika benötigt.

 

Wenn Du weniger mitnehmen willst oder die Teile zu schwer sind gäbe es folgende Einsparmöglichkeiten:

  • Gaskocher mit Topf (und Adapter); wer nicht viel Wert auf warmes Essen oder einen morgendlichen heißen Kaffee oder Tee legt, kann die Teile getrost daheim lassen. Bei vielen Hütten gibts Gas und oft auch Töpfe (die sehen halt teilweise etwas gruselig aus)
  • Zelt: in dem Fall ggf. frühzeitig bei den Hütten für einen Lagerplatz anmelden oder so früh jeden Tag am Etappenziel ankommen, dass man noch ein Mietzelt erwischt, das halbwegs eben steht.

Für uns kommt weder der Verzicht auf das Zelt noch auf den eigenen Topf in Frage. Wir sind keine Hygienefreaks, aber die eigenen Teile fühlen sich einfach besser an!

 

Klingt komisch, ist aber praktisch! Alle Teile, die in unseren Rucksack kamen, wurden mit der Küchenwaage gewogen. Das ist dann Finetuning. Kann man sich nicht zwischen zwei Teilen entscheiden - einfach wiegen und das Leichtere einpacken.


Tipp Rucksack

Rucksack, deutet Guide 35 plus, Zelt, Hilleberg Naldo 2, Isomatte, Thermarest, Trekkingstöcke, Trekkingstecken, Seideninlett, Hüttenschlafsack, Daunenschlafsack, Kocher, Topf

Ein großer, solider Rucksack ist uner-lässlich, es sollte kein Leichtgewichtsteil sein. Diesen Fehler begingen wir beim ersten Mal, der Rucksack war nagelneu, leicht - und nach dem ersten Kontakt mit einem scharfen Granitblock beim Auf-nehmen des Rucksacks aufgeschlitzt! Der Schnitt war nicht lang und wir konnten ihn mit Tape kleben, aber ärgerlich. Das robustere Rucksackmodell überstand die gesamte Tour dagegen klaglos und wog wenig mehr.

Entscheidend ist hier vor allem das richtige Packen. Keine Angst, wir machen keine Wissenschaft daraus. Die goldene Regel für uns ist: ganz unten kommen Schlafsack, Isomatte, Primaloft Jacke und FlipFlops rein. In der Rucksackmitte am Rücken möglichst alles Schwere und drumherum die leichteren Teile.

Tipp Schlafsack & Matte

Isomatte, Thermarest, Therma-rest Trail Pro

Wie kälteempfindlich bist Du?

Mit dem Sonnenuntergang kann es schnell recht frisch werden. Genau wie bei uns in den Alpen fällt die Temperatur nachts in 2000m Höhe in den einstelligen Grad Celsius-Bereich. Dementsprechend sollte der Schlafsack gewählt werden. Wir hatten trotzdem eher leichte Schlafsäcke dabei, kombinierten diese aber mit einem Inlay für mehr Isolation oder mit einer extra Lage Unterwäsche.

Wem es dann noch immer zu kühl ist kann nachts eine Mütze aufsetzen, denn der größte Anteil der Körperwärme geht über den Kopf verloren.

Unter den Schlafsack gehört eine gute Isomatte, die isoliert, wenn der Boden kalt ist. Wir fanden die Therm-A-Rest Prolite gut, da klein, leicht und warm. Wer`s komfortabler möchte, wählt ein dickeres Modell.

Tipp Kleidung

Wanderkleidung, Trekkingbekleidung, Short, Fleece, Bluse, Shirt

Der GR 20 verläuft auf den höchsten Wegen der Insel, baut man noch ein paar Gipfel ein, so befindet man sich in alpinem, schroffen Felsgelände und ist der Witterung voll ausgesetzt. 

Auch ohne die Gipfel ist eine gute Regen-bekleidung genauso wichtig wie warme Kleidung mit Handschuhen und Mütze. Gegen die intensive Sonne hilft eine Kopf-bedeckung.

Bei der Kleidung greifen wir sowohl zu Wollteilen wie auch zu reiner Kunstfaser oder Mischungen. Hauptsache die Pass-form stimmt! Und was den Geruch von Kunstfaser angeht: Je länger man wandert und je mehr Stress abfällt, desto weniger riecht der Schweiß. Und abends kommt man sowieso nicht ums Waschen rum, denn wer will am nächsten Morgen in ein Shirt voller Salzränder schlüpfen.

 

Die Bergschuhe müssen solide sein, da das raue Granitgestein sehr materialfordernd ist und vor allem die Sohlen verschleißt.