Leichtgewichtszelte fürs Bikepacking und Wandern gibt es mittlerweile einige. Die Hersteller unterbieten sich gegenseitig mit geringen Gewichten und versprechen gleichzeitig eine top Performance bei jeder Witterung. Der bekannte US-Hersteller MSR bringt ab Januar 2026 in Europa die neue LT-Version seiner seit vielen Jahren beliebten Hubba Hubba Zeltserie auf den Markt. Dabei handelt es sich um leichte Backpacking-Zelte mit einer Kuppelkonstruktion für den Dreijahreszeiten-Einsatz. Erhältlich ist das Hubba Hubba LT in einer 1-, 2- und 3-Personenvariante. Clemens konnte das MSR Hubba Hubba LT1 vorab testen, hier geht’s zu seinen Eindrücken, im Video und als Text!
Das MSR Hubba Hubba LT1 wurde uns für diesen Test zur Verfügung gestellt, somit handelt es sich um Werbung. Trotzdem sind alle Inhalte unsere persönliche, unabhängige Meinung und wir erhalten keine Bezahlung für diesen Review.
Wir zelten schon seit vielen Jahren, egal ob beim Wandern, oder beim Bikepacking. Oft sind wir dabei in den Bergen unterwegs, wo das Wetter auch mal ungemütlich sein kann. Unsere Anforderungen an das ideale Zelt fürs Bikepacking oder Wandern sind daher recht ähnlich:
Das neue MSR Hubba Hubba LT1 ist ein (semi) freistehendes 1-Personenzelt für den 3-Jahreszeiteneinsatz und soll laut der Herstellerangaben fast alle unsere Anforderungen an ein ideales Zelt fürs Wandern und Bikepacking gleichermaßen erfüllen. Insbesondere beschreibt es MSR als:
Zumindest auf dem Papier ist das neue MSR Hubba Hubba LT1 in allen Bereichen eine Weiterentwicklung gegenüber der Vorgängerversion. Verbessert wurden vor allem die Belüftung und das Platzangebot im Innenzelt, außerdem gibt es mehrere Innentaschen.
Damit wird es Zeit für den Praxistest!
Vor dem ersten Aufbau ging’s ans Auspacken, Betrachten und Wiegen. Zum Lieferumfang gehören das Innen- und Außenzelt, ein Gestänge, 8 hochwertige Heringe (Mini-Groundhog) samt Packbeutel, 4 zusätzliche Abspannleinen und ein komprimierbarer Packsack für das gesamte Zelt. Damit wiegt das Zelt auf unserer Küchenwaage 1250 g, was erfreulich leicht ist. Ein extra Footprint (Zeltunterlage) ist optional erhältlich. Für die Tests habe ich mein eigenes Footprint aus einer soliden Folie sowie 4 extra Heringe verwendet, womit sich ein Bruttogewicht des Zeltes von etwa 1500 g ergibt. Der mitgelieferte Packsack mit der breiten Öffnung und Rollverschluss ist prima. So sieht man sofort, was sich darin befindet und mit zwei fest angenähten kleinen Riemen lässt sich der Inhalt des Packsacks für den Transport gut komprimieren. Sogar mein extra Footprint fand darin noch locker Platz. Nach so vieler Worte ist es Zeit für den Aufbau!
Der Auf- und Abbau dieses Kuppelzelts ist intuitiv und klappte selbst beim ersten Mal und ohne Bedienungsanleitung in wenigen Minuten. Zuerst breitet man das rechteckige Innenzelt auf dem Boden aus. Bei viel Wind kann man es auch gleich an den Ecken mit vier Heringen im Untergrund verankern. Dann steckt man das Gestänge zusammen, steckt es an den Ecken des Innenzeltes in die vier passenden Metallösen und richtet es auf. Anschließend klippst man die Kunststoffhaken an das Zelt- sowie das Quergestänge und schon steht das sauber abgespannte Innenzelt.
Es folgt das Außenzelt. Dieses befestigt man zuerst an dem oberen Quergestänge und anschließend an den vier Fußpunkten des Innenzeltes in den vier Metallösen. Das ist super einfach und klappt sogar im Halbdunkeln. Jetzt steht das Zelt bereits und ist auch regendicht, doch ist es auch freistehend?
Damit man die Apside vor dem Eingang zum Innenzelt wirklich nutzen kann, ist mindestens ein weiterer Hering nötig und soll das Zelt nach dem Aufbau sauber abgespannt sein, dann sollten alle 8 Abspannpunkte verwendet werden, d.h. an den vier Ecken des Zelts sowie die vier weiteren Abspannleinen an den Seiten. Erst jetzt funktioniert auch die Belüftung des Zeltes richtig, weil zwischen Innen- und Außenzelt ein Abstand entsteht, doch dazu später mehr. Erfreulicherweise gibt es vier weitere Abspannpunkte am Außenzelt für extra Sturmleinen, nur fehlen dafür die Heringe. Ich habe mir deshalb vier extra Heringe besorgt und bei allen zusätzlich eine dünne Reepschnur befestigt. Damit lassen sich die Heringe beim Zeltabbau leichter aus dem Boden ziehen und außerdem sind sie so besser im hohen Gras zu sehen.
Mein erster Eindruck zum Raumgefühl im Innenzelt war: Wow, das Innenzelt ist wirklich groß! Dank der großen seitliche Tür mit zwei Reißverschlüssen gelangt man sehr bequem hinein und hinaus. Durch die rechteckige Grundfläche von 223 x 81 cm, die sehr steilen Innenwände und eine Innenhöhe von 99 cm hatte ich selbst auf einer 6 cm dicken Isomatte sitzend noch ein paar Zentimeter Luft nach oben. Die relativ lange Querstange im First verbessert das Platzangebot noch zusätzlich. So können sich selbst größere Personen im Innenzelt ohne Verrenkungen bequem bewegen und auch umziehen. Zur Einordnung: Ich bin 187 cm groß. Die Grundfläche reicht auch locker für eine lange und breite Isomatte, wie z.B. die Therm-A-Rest Neoair XTherm in Größe Large (196 cm x 63 cm) (hier geht`s zum Test) und einen großen, warmen Schlafsack (Vango Cobra 600). Doch viel mehr passt nicht mehr ins Innenzelt.
Damit kommen wir zur Ausstattung des Innenzeltes. Für kleinere und leichte Gegenstände gibt’s die geräumigen und sehr praktischen Innentaschen vorne und hinten, sowie unter dem First in der Mitte. Letztere ist ideal für das Smartphone oder eine Stirnlampe, um nachts das Innenzelt auszuleuchten. Eine kleine Wäscheleine unter dem First ist auch dabei. Verglichen mit anderen Leichtgewichtszelten ist die Ausstattung damit geradezu üppig. Die restliche Ausrüstung, wie Rucksack, Schuhe oder Radtaschen müssen unter die Apside ins Außenzelt gepackt werden.
Verglichen mit dem geräumigen Innenzelt ist die Apside eher klein. Ein Rucksack, die Schuhe oder ein paar klassische große Radtaschen finden darin zwar Platz, aber dann ist unter Umständen auch der Eingang zum Innenzelt zugestellt. Bei Regen fällt das besonders auf, wenn man die Ausrüstung möglichst gut geschützt und damit nahe am Innenzelt verstauen möchte. Wie bei den meisten Dreijahreszeiten-Zelten üblich, endet auch beim Hubba Hubba LT1 das Außenzelt relativ hoch über dem Boden. Das verbessert zwar einerseits die Belüftung, führt aber andererseits dazu, dass bei starkem Regen und viel Wind Spritzwasser bis ans Innenzelt gelangt. Die Ausrüstung unter der Apside wird also nass werden. Entweder man akzeptiert das, oder man verpackt empfindliche Gegenstände in wasserdichten Packsäcken. Gut gelöst ist die seitliche Position des Reißverschlusses, um die Tür im Außenzelt zu öffnen. So lässt sich der Zipper sehr bequem aus dem Innenzelt heraus bedienen, ohne dabei an die nasse Unterseite des Außenzelts zu stoßen. Zudem befindet sich über dem Eingangsbereich mit der Tür eine extra Naht, die wie eine kleine Regenrinne funktioniert. Ist das Außenzelt vom Regen nass und öffnet man die Tür, gibt es keine unfreiwillige Dusche ins Innenzelt, weil das Wasser seitlich ablaufen kann. Zudem endet das Außenzelt etwas vor dem Innenzelt, wodurch es zumindest bei Windstille auch nicht ins Innenzelt hineinregnet.
Ein bauartbedingter Nachteil des Hubba Hubba LT 1 liegt in dem nicht gekoppelten Innen- und Außenzelt. Muss man das Zelt im strömenden Regen auf- oder abbauen, dann wird das Innenzelt unweigerlich nass.
Der Zeltboden des Innenzeltes schließt umlaufend wie eine Wanne („Bathtube“) relativ hoch ab und er ist tatsächlich wasserdicht. Dazu habe ich das Innenzelt absichtlich im flachen Wasser eines Flussbettes aufgebaut und mich auf den Zeltboden gekniet und einige Minuten ins Innenzelt gesetzt, ohne dass Wasser durch das Material eingedrungen ist. Auch das Außenzelt hielt im Regen zuverlässig dicht und zumindest während meiner Tests gelangte bei moderatem Wind kein Spritzwasser bis ins Innenzelt. Allerdings hatte ich bei meinen Tests keine Kombination aus Starkregen mit stürmischen Wind erlebt.
Durch die Konstruktion als Kuppelzelt, steht das Hubba Hubba LT1 auch bei moderatem Wind überraschend stabil. Für die Innenraumgröße ist das zwar schön, aber weil die Zeltwände recht hoch und vor allem steil sind, bieten sie dem Wind auch eine große Angriffsfläche. Bei starkem oder gar stürmischen Wind würde ich das Zelt deshalb immer an einem möglichst windgeschützten Platz aufstellen.
Die Belüftung des MSR Hubba Hubba LT1 ist insgesamt sehr gut gelöst und reduziert die Tauwassermenge spürbar. Verglichen mit der Vorgängerversion ist der Abstand zwischen Außen- und Innenzelt größer, es gibt im Innenzelt oben mehr Meshgewebe und zusätzlich am Kopf- und Fußende im Außenzelt zwei Lüfter, die sich bei Bedarf mit einem Klettverschluss verschließen lassen. Nur bei kalten, feuchten, windstillen und sternklaren Nächten bildet sich an der Innenseite des Außenzeltes mehr Tauwasser und durch das Meshgewebe des Innenzeltes können auch ein paar Tropfen bis ins Innenzelt gelangen.
Bei windigen und kalten Bedingungen kann es im Innenzelt durch die großen Meshflächen manchmal etwas frisch werden. Dennoch empfinde ich das Verhältnis aus Windschutz und Belüftung als gelungen.
Sowohl beim Bikepacking als auch beim Wandern sind ein kleines Packmaß und geringes Gewicht entscheidend. Beim weiter oben unter dem Punkt Lieferumgang beschriebenen Bruttogewicht des Zelts inklusive eigenem Footprint und 4 weiteren Heringen blieb unsere Waage bei etwa 1500 g stehen. Mit einer leichteren Tyvek-Folie als Footprint ließen sich nochmals etwa 100-150 g einsparen.
Damit ist das Zelt für ein Einpersonenzelt sehr leicht, denn fairerweise muss man auch die Zeltkonstruktion mit betrachten, wenn man die Gewichte von unterschiedlichen Einpersonen-Zelten miteinander vergleichen will. Das Hubba Hubba LT1 ist (semi-)freistehend und benötigt ein wesentlich größeres und damit schwereres Gestänge als etwa ein Tunnelzelt wie das Hilleberg Enan oder ein Trekkingstockzelt wie das Lunar Solo von Six Moon Designs. Auch ist das Platzangebot der unterschiedlichen Zelte zu berücksichtigen und hier überzeugt das Hubba Hubba LT1 am meisten. Dank der steilen Seitenwände ist die Liegefläche im Innenzelt komplett nutzbar und durch die große Höhe des Innenzelts bietet es ein geradezu üppiges Raumgefühl.
Das Packmaß des MSR Hubba Hubba LT1 ist klein, aber etwas größer als bei den anderen zwei genannten Zelten, was primär am Gestänge liegt. Im Vergleich zur genannten Konkurrenz kann kann das MSR Hubba Hubba LT1 sowohl beim Packmaß als auch beim Gewicht überzeugen.
Neben den bereits angesprochenen Punkten wie Raumgefühl, Regenschutz, Gewicht, Packmaß und Gewicht muss ein hochwertiges Zelt auch gut verarbeitet sein um möglichst lange zu halten. Die Verarbeitung der Nähte, die vielen durchdachten Detaillösungen, Verstärkungen des Materials an besonders belasteten Stellen wie den Abspannpunkten, der gute Schnitt der Stoffe, hochwertige Heringe, ein top Gestänge, ein cleverer Packsack, alles zeigt, dass es sich hier um ein hochwertiges Zelt handelt. Für ein endgültiges Urteil, vor allem zur Haltbarkeit, war meine Testphase zu kurz, doch bislang funktioniert das Zelt erfreulich zuverlässig. Auch die dezente Farbe des Außenzelts finde ich persönlich ideal, um möglichst diskret zu übernachten. Sollten sich hier zu einem späteren Zeitpunkt Schwächen zeigen, werde ich den Artikel entsprechend aktualisieren.
Der Auf- und Abbau des semi-freistehenden MSR Hubba Hubba LT1 gelingt selbst bei kräftigem Wind einfach und schnell, nur regnen sollte sollte es dabei nicht, sonst wird das Innenzelt nass, denn Innen- und Außenzelt sind nicht gekoppelt. Im Innenzelt bleibt es auch bei kräftigem Regen und Wind schön trocken, obwohl das Außenzelt relativ hoch über dem Boden endet. Durch die steilen, hohen Seitenwände bietet es dem Wind eine große Angriffsfläche, weshalb ich es möglichst immer an einem windgeschützten Ort aufbauen würde.
Die Belüftung des Zeltes ist insgesamt sehr gut gelungen, wodurch sich die Tauwasserbildung in Grenzen hält. Durch vier zusätzliche Abspannpunkte am Außenzelt und das hochwertige Gestänge steht das Zelt selbst bei kräftigem Wind gut und man fühlt sich im Zelt auch ausreichend geschützt. Die mitgelieferten 8 Heringe sind sehr hochwertig, doch 4 weitere sind nötig, um das Zelt bei viel Wind an allen 12 Abspannpunkten abspannen zu können. Diese Heringe sollte MSR automatisch mitliefern und auch die Schnüre an den Heringen sollten bereits ab Werk vorhanden sein. Nur bei stürmischem Wind samt Regen konnte ich das Zelt bislang nicht testen.
Das Raumgefühl im Innenzelt ist selbst für großgewachsene Menschen üppig, durch die große Tür gelangt man sehr bequem hinein und die rechteckige Grundfläche bietet ausreichend Platz für eine breite und lange Isomatte, doch das war es auch. Ein Rucksack, die Schuhe oder sonstiges größeres Gepäck müssen in der recht kleinen Apside im Vorzelt bleiben, wo es bei Wind und Regen nass werden kann. Prima gelöst sind die großen Meshtaschen im Innenzelt für leichtes Gepäck. Zum Schutz des Zeltbodens vor Schmutz und Beschädigung habe ich fast immer ein extra Footprint aus einer stabilen Folie aus dem Baumarkt verwendet.
Insgesamt betrachtet ist das neue MSR Hubba Hubba LT1 für mich ein überzeugendes 1-Personenzelt mit vielen gelungenen Details, dass sich sowohl fürs Wandern mit dem Rucksack als auch fürs Bikepacking prima eignet, solange man am Rad einen Platz für das relativ lange Gestänge findet. Die Verarbeitung des Zeltes wirkt hochwertig, besonders beanspruchte Stellen sind verstärkt ausgeführt und somit sollte das Zelt auch lange halten, was den Anschaffungspreis wieder relativiert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (Dezember 2025) kostete das MSR Hubba Hubba LT 1 580 €, in der 2-Personen-Variante kostet es 630 € (UVP).
Alle Infos zum Zelt sowie dem Zubehör gibt’s unter:
https://cascadedesigns.com/de-eu *)
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