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Im Test - Holzkocher von BioLite

Wir verwenden seit vielen Jahren unseren bewährten Gaskocher und waren bislang sehr zufrieden. Wozu also etwas Neues ausprobieren? Während einer unserer letzten Touren durften wir keine Gaskartusche im Gepäck mitnehmen und am Reiseziel hatte das einzige Geschäft mit den passenden Kartuschen geschlossen. Bis wir unterwegs endlich die passende Gaskartusche fanden, vergingen noch drei Tage - mit kaltem Essen. 

 

Für den Kocher CampStove 2 von BioLite haben wir uns erst auf den zweiten Blick interessiert. Wir waren eher an kleinen, sehr leichten Varianten von Kochern interessiert, die sich fürs Wandern und Bikepacking eignen, dem Hauptfokus unserer Webseite! Der CampStove 2 wirkt auf den ersten Blick einfach nur groß! Wieso wir uns trotzdem für diesen Kocher interessieren und wie er sich im Einsatz bislang bewährt hat, das gibt’s hier zu lesen!

 

Transparenzhinweis

www.rocatronic.de hat uns das CampStove 2 Bundle für diesen Test zur Verfügung gestellt, somit handelt es sich um Werbung.

Unser erster Eindruck

Was ist das Besondere an dem CampStove 2?

Anders als ein Benzin-, Gas-, Spiritus- oder auch Omnifuel-Kocher wird der CampStove 2 primär mit Holz befeuert. Ein Brennstoff der fast weltweit immer zur Verfügung steht und dazu gratis! Jetzt waren wir neugierig geworden und ließen uns den Kocher am Messestand von BioLite näher erklären.

 

Der Kocher lässt sich im Prinzip mit allen erdenklichen nachwachsenden Rohstoffen befeuern, ist aber primär auf Holz ausgelegt. Dazu reichen trockene Zweige oder kleine Holzstücke. Zur Not tut es auch etwas Rinde oder trockener Dung. Wer’s ganz bequem will, der kann auch Holzpellets verwenden. Diese sind trocken und bringen die beste Heizleistung. Holzkohle darf übrigens nicht verwendet werden. 

 

Man sammelt also seinen Brennstoff direkt an seinem Kochplatz ein, entzündet das Feuer in der Brennkammer, am einfachsten mit einem Anzünder und ist nach ein paar Minuten bereit zum Kochen. Keinen Gedanken muss man sich mehr um die passende Gaskartusche mit dem richtigen Anschluss für den Kocher, stinkendes Benzin oder sonst einen Brennstoff machen. Das klingt schon gut, doch es wird noch besser!

Damit der Brennstoff in der Brennkammer gut brennt, wird seitlich ein Akku mit integriertem und regelbarem Gebläse aufgesteckt. Dieses sorgt dafür, dass die Verbrennung möglichst effektiv und raucharm funktioniert. Der Akku selbst wird wiederum durch einen integrierten thermoelektrischen Generator aufgeladen, solange das Feuer brennt. Als Clou kann überschüssige elektrische Energie über einen USB-Anschluss genutzt werden, um wiederum externe Verbraucher zu laden. 

 

Zum eigentlichen Kocher mit dem Gebläse gibt’s noch eine ganze Menge Zubehör wie den passenden 1,5 l Topf mit Deckel, einen extra Grillaufsatz sowie eine LED-Lampe. Steckt man diese in den USB-Anschluss der Gebläseeinheit mit dem Akku, dann sieht man auch bei Dunkelheit was man gerade kocht. Allerdings nur bei dem Grillaufsatz, für den Kochtopf ist das Kabel der LED-Lampe etwas zu kurz. 

 

Die folgenden Fotos zeigen die Grundelemente des Kochers, bestehend aus der Brennkammer aus Edelstahl und der gelben Gebläseeinheit mit integrierter Powerbank, thermoelektrischem Generator und LED-Anzeige.

Lieferumfang des CampStove 2 Bundle

Im Lieferumfang des CampStove 2 Bundle sind enthalten:

  • der Kocher CampStove 2 mit integrierter 2600 mAh Powerbank sowie thermoelektrischem Generator und USB-Anschluss
  • ein passender 1,5 l - Edelstahl Kochtopf samt Kunststoffdeckel und einer kleinen Kunststoffschüssel
  • ein passender Grillaufsatz mit Kunsstoffabdeckung, geeignet als Schneidebrett
  • eine LED-Lampe mit Ladekabel
  • eine Probepackung Grillanzünder
  • 2 Packsäcke für den Kocher und den Kochtopf

Der Praxistest

Das Feuer entzünden

Nach etlichen Kochsessions sind wir von dem Kocher sehr angetan! Der trockene Brennstoff (wir verwenden trockene Zweige) wird zerkleinert und locker in die Brennkammer eingefüllt. Anschließend entzündet man die Zweige, am bequemsten geht das mit einem Grillanzünder, den man oben auf das Holz auflegt. Wir verwenden trockene Holzspäne oder Öko-Grillanzünder zum Anzünden.

Brennt das Feuer, dann schaltet sich das Gebläse nach kurzer Zeit automatisch ein und die anfängliche Rauchentwicklung ist nach ein paar Augenblicken vorbei. Natürlich muss das Holz dazu trocken sein. Sobald das Feuer brennt, kann man den passenden 1,5 l Topf von BioLite aufstellen und mit dem Kochen beginnen oder mit dem Grillaufsatz grillen.

Die Heizleistung

 

Die Heizleistung ist, verglichen mit unserem kleinen Gaskocher, enorm. Nach nur rund 5-6 Minuten kochten bei uns 1,5 l Wasser. Bislang haben wir im Topf (erfolgreich) mit Wasser Nudeln, Reis und Kartoffeln gekocht und mit Öl verschiedene Gemüse und Pilze angebraten.

Auf dem separaten Grillaufsatz haben wir Fleisch, Grillkäse und Würstchen gegrillt. In beiden Fällen muss man öfter umrühren, bzw. beim Grillaufsatz das Fleisch regelmäßig wenden, sonst brennt wegen der Hitze schnell mal was an. 

 

Kochen und Grillen hat insgesamt klasse funktioniert und macht wegen der Lagerfeueratmosphäre deutlich mehr Spass als mit einem Gaskocher! Gerichte, wie Kartoffeln oder Reis, die relativ lange kochen müssen und entsprechend mehr Brennstoff benötigen, hatten wir auf unseren Touren bislang vermieden. Hier künftig mehr Variation in unser Essen zu bringen finden wir prima.

Der Holzverbrauch

 

Was den Brennstoffbedarf angeht, so sind wir ebenfalls positiv überrascht. Durch die kontrollierte Belüftung des Feuers ist nicht nur die Rauchentwicklung gering, der Kocher ist auch sehr sparsam. Wenige trockene Zweige haben uns gereicht, um 30 Minuten lang bei voller Leistung zu kochen. Wow! Richtig gelungen finden wir auch die Tatsache, dass der Kocher auf der Unterseite fast kalt bleibt. Jedenfalls hinterlässt er auf dem Boden keine Brandflecken - welcher andere Holzkocher kann so etwas von sich behaupten?

Wie wirkt sich das Feuer auf den Geschmack des Essens aus?

Geschmacklich ändert sich beim Kochen mit dem Topf gegenüber einem Gaskocher kaum etwas, weil der Topfinhalt vor Feuer und Rauch geschützt ist.

Anders ist das bei dem Grillaufsatz. Hier macht sich die Qualität des verwendeten Holzes deutlich bemerkbar. Gerade wenn mehr Ruß entsteht, dann gelangt dieser auf das Grillgut, ähnlich wie bei einem offenen Lagerfeuer und man isst ihn mit. Der Geschmack der Speisen ändert sich dann wie bei einem Smoker (d.h. ein Grill bei dem man bewusst bestimmte Holzarten verwendet um den Geschmack zu verändern), je nach Brennstoff.

Nachteile und Besonderheiten des Holzkochers

Schwieriger empfinden wir bislang die Regelung der Heizleistung. Man muss regelmäßig Holz nachlegen, sonst kann das Feuer schnell ausgehen und muss es erst wieder in Gang bringen, um wieder die volle Heizleistung zu erreichen.  Zudem raucht es dabei kurz. Befindet sich nach etwas Kochzeit mehr Glut im Kocher, dann gelingt es leichter, die Temperatur konstant zu halten und ein eventuell ausgegangenes Feuer wieder zu entfachen. Dazu legt man Holz nach und regelt das Gebläse einfach etwas höher, bis das Feuer wieder brennt. Die LED-Anzeige zeigt die aktuelle Heizleistung an.  So weit wie bei einem kleinen Gaskocher lässt sie sich nicht herunterregeln, außer natürlich das Feuer geht komplett aus und man verwendet nur die Glut in der Brennkammer.

Je nachdem was man gerade zubereitet, muss man besonders aufpassen, damit nichts anbrennt. Die Heizleistung ist wirklich enorm. Im Zweifelsfall haben wir den Topf einfach kurz vom Feuer genommen, wenn es zu heiß wurde. Vielleicht braucht es dazu aber auch einfach noch etwas mehr Übung. 

 

Als weiteren Nachteil sehen wir die Brennstoffversorgung bei schlechtem Wetter. Wenn der Brennstoff richtig nass ist, dann qualmt es deutlich mehr. Wer dann auf einem Campingplatz kocht, der macht sich sicher keine Freunde. Verwendet man dann den Grillaufsatz, kann sich der Geschmack des zubereiteten Essens v.a. durch Rauch und Ruß negativ verändern.

 

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die relativ lange Auskühlzeit des Kochers nach dem Einsatz. Bis die Glut kalt geworden ist, dauerte es bei uns meist locker eine halbe Stunde. Schneller geht es, wenn man die heiße Glut in ein Erdloch schüttet, ablöscht und zuschüttet. Für den ganz schnellen Einsatz ist dieser Kocher daher weniger geeignet.

 

Trotz aller Umsicht hatten wir beim Grillen und Kochen auch immer leicht rußige Hände und unsere Kleidung roch nach Rauch. Das ist zwar im Outdooreinsatz nicht tragisch, man muss es nur wissen.

 

Laut Hersteller liefert der integrierte thermoelektrische Generator 3 W Leistung. Bei unseren Ladeversuchen zeigte sich, dass effektiv nicht sehr viel überschüssiger Strom entsteht, um damit die integrierte Powerbank aufzuladen, weil auch das Gebläse Energie benötigt. Gerade beim Anzünden dauert es etwas, bis das Feuer heiß genug brennt, um damit die Powerbank wieder aufzuladen. Beim Abkühlen, wenn das Kochen beendet ist, läuft das Gebläse noch eine Weile weiter. Allerdings liefert der thermoelektische Generator dabei kaum noch Strom, was wiederum die Powerbank mehr entlädt statt sie zu laden. Wer über den USB-Anschluss Endgeräte wie z.B. ein Smartphone laden will, der muss ziemlich lange kochen bzw. Holz nachlegen. Wir reden hier eher von Stunden. Nachdem beim Kochen mit Holz auch mal ein glühender Funke aus dem Kocher herausfliegen kann, sollte das Ladekabel lieber etwas länger sein. Wer will schon Brandflecken auf der Kamera oder dem Smartphone? Besser finden wir es daher, erst nach Beendigung des Kochens sein Endgerät zu laden. 

(Hinweis: Zum Thema Laden von Smartphone & Co im Outdooreinsatz gibt's von uns demnächst einen extra Artikel!)

 

Zur Erinnerung: Wir betrachten den Kocher primär aus der Sicht eines Wanderers mit Rucksack oder für eine Bikepackingtour, bei der Gewicht und Packmaß eine entscheidende Rolle spielen! Wer mit dem Auto unterwegs ist, für den sind manche unserer genannten Nachteile egal.

Vorteile im Überblick

  • sehr hochwertige Verarbeitung 
  • kostenloser, fast immer verfügbarer Brennstoff,
  • somit fällt kein Müll an, wie z.B. leere Gaskartuschen
  • der Kocher ist, verglichen mit einem offenen Feuer, sehr sparsam mit dem Brennstoff
  • kein Problem beim Transport in andere Länder oder mit dem Flugzeug, da kein Gefahrgut
  • mobile Stromversorgung auch ohne Solarpanel und ohne Sonnenschein
  • trotz offenen Feuers gibt es auf dem Boden keine Brandflecken
  • große Heizleistung
  • viel durchdachtes Zubehör wie Grillaufsatz, passender Topf, Kaffeepresse, LED-Lampe
  • relativ kompakt zu verpacken (Packsäcke werden mitgeliefert): die gelbe Gebläseeinheit wird in die Brennkammer gesteckt und diese wiederum in den Topf mit Deckel. Sogar die kleine Schale passt noch hinein!
  • schöne Lagerfeueratmosphäre

Nachteile im Überblick

  • relativ großer und schwerer Kocher, verglichen mit einem Gaskocher. Das gesamte "Bundle", also alle gezeigten Teile samt Topf und  Grillaufsatz wiegen ca. 2,3 kg.  Ohne den Grillaufsatz, ohne LED-Lampe, also nur der Kocher samt dem Topf, Deckel, Schale im Packsack verpackt wiegt noch ca. 1,6 kg.
  • relativ hoher Preis (das "Bundle" kostet UVP 249,95€) in der Anschaffung
  • nicht immer darf oder sollte man ein offenes Feuer zum Kochen verwenden
  • es entstehen Ruß und Asche, man muss die Einzelteile nach dem Kochen entweder reinigen oder sorgfältig verpacken, um nicht seine restliche Ausrüstung zu verschmutzen. Trotz aller Vorsicht waren unsere Hände nach dem Kochen immer etwas rußig.
  • der Kocher muss vor dem Verpacken komplett ausgekühlt und das Holz verbrannt sein, was etwas dauern kann (oder man kippt die Glut in ein Erdloch und löscht sie ab)
  • ist kein trockenes Holz vorhanden, dann entsteht deutlich mehr Rauch beim Kochen
  • der Geschmack des Essens hängt bei Betrieb mit dem Grillaufsatz deutlich von der Qualität des verwendeten Holzes ab.
  • das Feuer darf nie ausgehen, man muss regelmäßig Brennstoff nachlegen
  • in der Bedienung deutlich aufwändiger als ein Gaskocher, vor allem die Regelung der Heizleistung ist nur schwer möglich 
  • der integrierte thermoelektrische Generator soll zwar  bis zu 3 W Leistung liefern, bei unseren Ladeversuchen zeigte sich aber, dass effektiv nicht sehr viel überschüssiger Strom entsteht, um damit die integrierte Powerbank oder Endgeräte aufzuladen.
BioLite CampStove 2, Berghuhn
Bratwürste auf dem Grillaufsatz

Fazit

Für wen ist dieser Kocher aus unserer Sicht perfekt?

Nach mittlerweile einigen Einsätzen sind wir von dem Kocher wirklich überzeugt. Solange man sich genaue Gedanken über die eigenen Ansprüche an seine Outdoorküche macht, ist er eine tolle Alternative zu den herkömmlichen Gas-, Spiritus- oder Omnifuelkochern.

 

Perfekt scheint uns dieser Kocher vor allem für zwei Zielgruppen zu sein:

  1. Zum ersten für den Globetrotter, der mit seinem Rad oder Rucksack monatelang auf Tour ist und der sich unterwegs keine Gedanken um den Brennstoff zum Kochen machen will. Einmal gekauft kostet der Kocher im Unterhalt nichts mehr, er produziert keinen Abfall und er liefert obendrein noch Strom für das Smartphone oder die Kamera.
  2. Ebenfalls ideal eignet sich das komplette CampStove 2 Bundle für jemanden der mit dem Auto outdoor unterwegs ist und gerne gut isst, viel kocht und grillt. Das höhere Gewicht und das Packmaß des Kochers samt Grillaufsatz spielen hier keine Rolle und die Lagerfeueratmosphäre ist viel schöner als das Fauchen des Gas- oder Benzinkochers.

 

Weniger geeignet ist der Kocher aus unserer Sicht für den minimalistischen Bikepacking- oder Backpacking-Einsatz. Verglichen mit einem Leichtgewichts-Gaskocher samt Leichtgewichtstopf ist er im Transport sperriger und schwerer. Wer zudem eher nur eine Suppe kocht, etwas Wasser heiß machen will und ggf. Nudeln kocht, für den eignet sich ein Gaskocher besser.

 

Sollten wir beim weiteren Einsatz des Kochers neue Eindrücke gewinnen, dann werden wir diesen Artikel aktualisieren!

 

Herstellernachweis: https://eu.bioliteenergy.com/collections/stoves 

Bestellung des Kochers

Der CampStove 2 von BioLite ist über www.rocatronic.de erhältlich. Wir erhalten übrigens keine Provision, wenn ihr über diesen Link bestellt, daher freuen wir uns, wenn ihr uns als Dankeschön auf YouTube, Instagram, Pinterest oder Facebook folgt!

Welchen Eindruck habt Ihr von dem Kocher?

Uns interessiert natürlich, welchen Eindruck Ihr von diesem Kocher habt! Oder habt Ihr schon eigene Erfahrungen mit diesem Kocher gemacht?

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