Auf jeder längeren Outdoor-Tour gehört für uns eine frisch zubereitete, warme Mahlzeit zum Genuss dazu. Leckeres Essen kann bei kühlem oder wechselhaften Wetter einen großen Unterschied machen, mit welcher Laune man morgens in den Tag startet oder abends in seinen Schlafsack schlüpft. Deshalb haben wir auch fast immer unser Kochset samt Gaskocher dabei, um unabhängig vom Angebot vor Ort zu sein. Auf meiner letzten längeren Soloreise im März und April in Italien bot das Wetter die volle Bandbreite, doch selbst kochen scheiterte zunächst an einer passenden Gaskartusche, denn sie waren in sämtlichen Geschäften ausverkauft. Erst nach ein paar Tagen auf Tour wurde ich endlich fündig, doch bis dahin blieb meine Outdoorküche kalt.
Der SOTO Stormbreaker ist ein sog. Multifuel-Kocher, der sich sowohl mit Gas als auch Benzin betreiben lässt. Man kann also den Brennstoff verwenden, den man am Reiseziel vorfindet. Gerade bei einer Flugreise, auf der Gaskartuschen im Gepäck verboten sind, ist das ein großer Vorteil. Über die letzten Monate habe ich den SOTO Stormbreaker mit beiden Brennstoffarten ausprobiert. Wie er sich dabei geschlagen hat und welche Vor- bzw. Nachteile der Kocher hat, auch im Vergleich mit einem reinen Gaskocher, das erfahrt ihr in diesem Artikel.
Transparenzhinweis
Die Produkte von SOTO wurden uns für diesen Test zur Verfügung gestellt, somit handelt es sich um Werbung. Trotzdem sind alle Inhalte unsere persönliche, unabhängige Meinung und wir erhalten keine Bezahlung für diesen Review.
1. Die Auswahl des passenden Kochers
Bei der Auswahl des passenden Kochers sollte man sich zuerst überlegen, welche Anforderungen man an seine Outdoor-Küche hat. Für meinen Einsatz beim Bikepacking sind mir vor allem die folgenden Punkte wichtig:
- Reiseziel: Welcher Brennstoff ist vor Ort erhältlich und wie reise ich an? Bei Flugreisen sind z.B. Gaskartuschen im Gepäck verboten und ob am Reiseziel eine passende Kartusche vorrätig ist, lässt sich nicht immer vorab klären.
- Kochen: Wir wollen mit einem Kocher tatsächlich kochen können und nicht nur Wasser erhitzen. Das soll auch bei ungünstigen Bedingungen wie Wind, Regen und niedrigen Temperaturen problemlos klappen. Der Kocher soll daher eine einfache Handhabung, saubere Verbrennung und gute Regulierbarkeit haben, egal mit welchem Brennstoff er betrieben wird.
- Packmaß, Qualität und Gewicht: Der Kocher soll möglichst kompakt und leicht sein, sowie eine hochwertige Verarbeitung haben, um über viele Jahre zuverlässig im Outdooreinsatz zu funktionieren.
- Preis: bezahlbar
2. Der SOTO Stormbreaker
Daten des Kochers (Herstellerangaben):
- Leistung: 3.487 Watt
- Gewichte:
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- Kocher ohne Pumpe 273 g (wenn nur als Gasbrenner genutzt), mit Pumpe 443 g
- Leergewicht der 700 ml-Treibstoffflasche mit Deckel: 209 g (selbst gewogen)
- Durchmesser-Topfauflage: min. 7,4 cm; max. 17 cm
- geeignete Brennstoffe: bleifreies Benzin, White Gas (gereinigtes Benzin), Gas
Alle weiteren Details zum Stormbreaker sowie zum Lieferumfang und den Ersatzteilen gibt’s auf der Herstellerseite.
3. Der SOTO Stormbreaker im Praxistest
In der Vergangenheit habe ich schon eine Reihe an unterschiedlichen Kochern und Brennstoffen ausprobiert, die alle ihre Vor- aber auch Nachteile hatten. Nur um den Brennstoff Benzin habe ich bislang einen großen Bogen gemacht, primär weil mir die Handhabung zu kompliziert erschien. Benzin ist zwar weltweit fast immer verfügbar und zudem relativ preiswert, doch es ist auch hochentzündlich, schädlich für Mensch und Umwelt und es stinkt. Benzin- bzw. sogenannte Omnifuel-Kocher sollen zudem i.d.R. eher groß und schwer sein, sie rußen, sind im Betrieb sehr laut, in der Anschaffung teuer, wartungsintensiv und die Regelung der Brennleistung soll eher mäßig sein.
Unter den Omnifuel-Kochern weist der SOTO Stormbreaker einige Besonderheiten auf, die man durchaus als Alleinstellungsmerkmal sehen kann. Packmaß und Gewicht sind vergleichsweise gering, er soll ohne das typische Vorheizen direkt zum Kochen einsetzbar sein, zudem soll er im Betrieb sehr leise, sparsam im Verbrauch und feinfühlig zu dosieren sein. Der Wechsel vom Benzin- in den Gasbetrieb - und umgekehrt - funktioniert ohne den normalerweise notwendigen Düsenwechsel und die Flamme soll extrem windstabil und leistungsfähig sein. Laut Hersteller eignet er sich „perfekt für alle, die bisher wenig Erfahrung mit Benzinkochern haben.“
Zugegeben, diese Versprechen klingen erstmal prima, doch stimmt das alles, oder ist es reine PR? Nach den eingangs erwähnten Anlaufschwierigkeiten auf meiner letzten Tour und viel verschwendeter Zeit, um eine passende Gaskartusche zu finden, war ich bereit für meinen ersten Test eines Benzinkochers und meine Erwartungen waren hoch.
Für alle, die die Outdoor-Marke SOTO nicht kennen: Die Firma aus Japan ist seit vielen Jahren bekannt für ihre erstklassigen Kocher und hochwertigen Produkte. Alles wird in Japan entwickelt und produziert. Bereits beim Öffnen der Verpackung fällt sofort die hohe Verarbeitungsqualität der Teile auf, alles wirkt präzise, solide und bis ins Detail durchdacht. Damit war ich natürlich gespannt auf den ersten Einsatz! Sehen wir uns zuerst den Benzin- und danach den Gasbetrieb an.
Benzinbetrieb
Um es kurz zu machen, nach den ersten Monaten im Einsatz bin ich vom SOTO Stormbreaker sehr angetan. Anfangs gab`s bei mir im Betrieb eine Lernkurve und man tut gut daran, die beiliegende Bedienungsanleitung gründlich zu studieren. Auch sollte man zum Üben eine sehr sichere Umgebung verwenden. Ich habe für den ersten Einsatz eine große freie Kiesfläche gewählt, wo in einem 3 m-Radius um den Kocher nichts Brennbares in der Nähe war. Das war genau richtig, denn beim ersten Anzünden gab es eine rund 80-100 cm hohe, unkontrollierbare gelbe Stichflamme. Ich habe sofort mit einem Druck auf das Einstellrad die Treibstoffzufuhr gestoppt (Notaus-Funktion), die Treibstoffflasche abgenommen, den Kocher komplett ausbrennen und abkühlen lassen und atmete erstmal durch. Was war geschehen? Offenbar war mir zu viel Benzin in den Brenner gelaufen, bis ich es entzünden konnte. Bei allen weiteren Versuchen gab es anfangs zwar auch jedesmal eine gelbe, höhere Flamme, doch diese war wesentlich kleiner als beim ersten Versuch.
Worauf kommt es im Benzinbetrieb also an? Wichtig ist, dass man die Treibstofflasche vor dem Anzünden des Kochers immer zuerst auf den richtigen Luftdruck aufpumpt, was dank der integrierten Druckanzeige an der Pumpe ein Klacks ist. Außerdem muss die Treibstoffflasche möglichst exakt waagerecht liegen, sonst funktioniert die Treibstoffzufuhr nicht richtig. In der Bedienungsanleitung wird dieser Schritt gut erklärt. Jetzt kann man loslegen, indem man das Einstellrad an der Treibstoffpumpe entriegelt, d.h. man zieht es nach oben und dreht auf „Start“. Deutlich hörbar strömt ein Gemisch aus Luft und Benzin in den Kocher, das sich nach 2 bis 3 Sekunden anzünden lässt. Am besten verwendet man dazu ein langes Feuerzeug oder Streichholz, um sich nicht die Finger zu verbrennen.
Wie steht es um das Versprechen von SOTO, dass man im Benzinbetrieb ohne Vorheizphase und ohne Stichflamme gleich mit dem Kochen loslegen kann? Mit dem passenden Druck in der Treibstoffflasche ist die Vorheizphase zwar kurz, doch es gibt sie. Meist konnte ich nach 30 - 40 Sekunden das Einstellrad vom „Start-“ in den „Run“-Betrieb weiterdrehen. Je kälter die Umgebungstemperatur, bzw. je kälter der Kocher selbst war, desto länger dauerte diese Vorheizphase. Umgekehrt heißt das, je wärmer der Kocher war, desto kürzer ist die Vorheizphase. Der Kocher ist dann einsatzbereit, wenn die anfangs gelbe Flamme kleiner wird und sich in eine blaue, rußfreie verwandelt. Erst jetzt darf man in den „Run“- Betrieb weiterdrehen, denn macht man das zu früh oder ist der Druck in der Treibstoffflasche zu gering, dann kann erneut eine große gelbe Flamme aus dem Kocher schlagen. Hier hilft etwas Nachpumpen im Betrieb, denn in der Start-Phase verbraucht der Kocher einen Großteil des vorher in der Flasche aufgebauten Drucks. Während der Vorheizphase mit der gelben Flamme habe ich persönlich keinen Topf auf den Kocher gestellt, um ihn vor dem Ruß zu schützen.
Ist man im „Run“-Betrieb, dann macht die Bedienung des Kochers so richtig Freude. Die Flamme lässt sich überraschend feinfühlig regulieren und auch relativ weit herunterregeln, bevor sie zuerst unruhiger brennt und schließlich erlischt. Etwas gewöhnen musste ich mich anfangs an die zeitliche Verzögerung zwischen dem Drehen am Einstellrad bis zur tatsächlichen Änderung der Brennleistung am Kocher. Doch das liegt an der Länge der Treibstoffleitung.
Die Geräuschentwicklung ist selbst im Vollgasbetrieb erfreulich gering und erheblich kleiner als bei Benzinkochern von anderen Herstellern.
Überhaupt gefällt mir die Bedienlogik mit dem Einstellrad an der Pumpe extrem gut. Hier kann man nichts falsch machen, man dreht einfach immer weiter bis zum Schluss. Nach Beendigung des Kochens dreht man das Einstellrad weiter in die Stellung „Air“. Jetzt wird die Benzinzufuhr unterbrochen und die Treibstoffleitung mit der Druckluft aus der Brennstoffflasche freigeblasen, bis nur noch Luft aus dem Kocher strömt und die Flamme erlischt. Dann dreht man das Einstellrad auf „Stopp" und drückt es nach unten, fertig! Will man die restliche Druckluft aus der Brennstoffflasche ablassen, etwa um die Treibstoffleitung zum Transport abzukoppeln, oder um Benzin in die Flasche nachzufüllen, dann behält man die Position „Air“ einfach solange bei, bis man keine Luft mehr ausströmen hört. Abgesehen vom Befüllen der Brennstoffflasche ist das der einzige Moment, wo es tatsächlich mal nach Benzin stinkt. Aus der Brennstoffleitung ist mir jedenfalls noch kein Tropfen Benzin entwichen, selbst beim Abkoppeln von der Brennstoffflasche nicht. Muss man aus irgendeinem Grund die Treibstoffzufuhr sofort stoppen, so drückt man einfach das Einstellrad nach unten, ähnlich dem Notaus-Knopf an vielen Maschinen. Das funktioniert in jeder Phase des Betriebs zuverlässig und erhöht die Sicherheit bei der Bedienung ganz erheblich, denn schon nach wenigen Sekunden erlischt die Flamme.
Was ist mir im Benzinbetrieb sonst noch aufgefallen? Im Lieferumfang ist eine zusammenfaltbare, runde Unterlage aus dicker Alufolie enthalten, die den Untergrund vor der Hitze bzw. vor Brandflecken schützen soll, was gut funktioniert hat. Ich habe damit problemlos auf einer Holzterrasse gekocht, auch wenn das nicht empfohlen wird. Seit meinem Schreckmoment mit der riesigen Stichflamme beim Ersteinsatz funktioniert der Kocher im Benzinbetrieb bei mir erfreulich unauffällig und problemlos. Mit der notwendigen Übung ist er auch schnell und unkompliziert einsetzbar, was für mich entscheidend ist, um nicht die Lust am Kochen zu verlieren. SOTO empfiehlt, als Benzin möglichst nur Reinbenzin (Waschbenzin) zu verwenden, da dieses am saubersten verbrennt und keine Rückstände im Kocher oder der Brennstoffleitung verbleiben, was ich nach den ersten Monaten im Einsatz bestätigen kann.
Überraschend gut funktioniert auch das Restentleeren der Treibstoffflasche im Betrieb. Wenn sie horizontal auf dem Boden liegt, dann wird sie komplett entleert, bei mir waren gerade noch 2 Tropfen Benzin vorhanden, als der Brenner ausging, wow!
Benzinbetrieb bei Minusgraden
Ein wesentlicher Vorteil von Benzinkochern soll sein, dass sie auch bei großer Kälte einsetzbar sind. Getestet habe ich den Stormbreaker bei Temperaturen bis -8°C, was für einen Benzinkocher kein Problem sein sollte. Vor dem Einsatz habe ich den Kocher und die befüllte Treibstoffflasche eine halbe Stunde in der Kälte abgestellt, damit sie auf die Umgebungstemperatur abgekühlt waren. Jetzt begann der Test. Mit der Pumpe den Druck in Flasche aufzubauen dauerte vielleicht etwas länger als bei Wärme, jedoch klappte es problemlos. Nur das anschließende Entzünden des Kochers gestaltete sich als schwieriger als gedacht. Bis mir das endlich gelang, war bereits so viel Benzin in den Kocher gelaufen, dass eine große, unkontrollierbare Stichflamme entstand. Ein paar brennende Tropfen Benzin gelangten sogar auf den Untergrund. Ich stoppte sofort die Treibstoffzufuhr und ließ den Kocher komplett ausbrennen.
Nach dem vollständigen Abkühlen des Kochers im Freien und einer weiteren Testrunde war das Ergebnis genau das gleiche, er liess sich nur sehr mühsam anzünden und es gab wieder eine große, unkontrollierbare Stichflamme. Ich startete einen dritten Versuch, doch diesmal mit einem auf etwa Raumtemperatur vorgewärmten Kocher. Die Treibstoffflasche habe ich hingegen nicht vorgewärmt. Jetzt klappte das Anzünden wieder wie gewohnt und problemlos. Für mich bleibt die Erkenntnis, dass ich den Kocher vor weiteren Einsätzen bei Minusgraden immer zuerst etwas vorwärmen werde, etwa indem ich ihn unter meine Jacke schiebe. Damit sehen wir uns den Gasbetrieb an.
Gasbetrieb
Im Gasbetrieb ist der Kocher noch schneller einsatzbereit als mit Benzin, da hier kein Druck in einer Treibstoffflasche aufzubauen ist. Man muss lediglich den mitgelieferten Gaskartuschenadapter auf eine Gaskartusche schrauben und anschließend die Treibstoffleitung mit dem gleichen Bajonettverschluss wie im Benzinbetrieb anschließen. Danach heißt es das Ventil aufdrehen, anzünden, fertig. Nach etwa 5 Sekunden dreht man die Gaskartusche auf den Kopf, wartet weitere 5 Sekunden bis sich die Flamme stabilisiert hat und kann mit dem Kochen beginnen. Es ist beim Wechsel der Treibstoffart auch kein Düsenwechsel nötig, so wie bei anderen Herstellern üblich. Die Brennleistung wird direkt an der Gaskartusche am Gaskartuschenadapter geregelt, was gut funktioniert. Die Geräuschentwicklung im Gasbetrieb erscheint mir vergleichbar moderat wie im Benzinbetrieb. Im Gegensatz zu sehr guten, reinen Gaskochern kann man den Kocher aber weniger weit herunterregeln, bis die Flamme erlischt. Ein Simmern auf kleinster Flamme, wie mit der hauseigenen Konkurrenz, dem SOTO Windmaster, ist nicht möglich. Zum Ausschalten des Stormbreakers dreht man die Gaskartusche wieder aufrecht, wartet 5 Sekunden und dreht dann den Gasregler komplett zu, bis die Flamme erlischt. Nach dem Abkühlen kann man die Treibstoffleitung von der Gaskartusche abtrennen.
Heizleistung und Windanfälligkeit
Die maximale Heizleistung ist mit beiden Brennstoffarten, also mit Gas und Benzin, enorm groß und reicht auch für große Töpfe bis zu einem Durchmesser von 17 cm locker aus. Sogar relativ schwere Töpfe lassen sich sicher verwenden, da die dreiteilige Topfauflage einen sehr stabilen Stand ermöglicht, solange der Untergrund fest und eben ist. Auch in Punkto Windanfälligkeit überzeugt der Stormbreaker voll. Mit einem zusätzlichen Windschutz wäre er sicherlich noch besser regelbar, vor allem spart man dadurch zusätzlich Treibstoff ein. Doch selbst im Test auf freier Fläche mit kräftigem, böigen Seitenwind und ohne jeden Windschutz funktionierte das Kochen noch immer tadellos, nur ein Simmern auf kleiner Flamme war nicht mehr zuverlässig möglich, ohne dass der Kocher ausging. Ebenfalls überzeugt der Anschluss der Treibstoffleitung mittels Bajonettverschluss, einfacher geht es nicht.
Was ist mir im Betrieb noch aufgefallen? Bei einer längeren Kochsession ist mir aus dem vollen Kochtopf etwas Wasser übergelaufen und in den Brenner geschwappt. Er ging zwar nicht aus, doch anschließend verfärbte sich die bei Tageslicht kaum sichtbare, blaue Flamme des Kochers in ein leuchtendes Orange! Etwas Googeln ergab, dass die Ursache das Salz im Kochwasser war. Dieses Phänomen ist also normal und die Flamme rußte auch nicht. Einige Einsätze später brennt die Flamme inzwischen wieder annähernd so blau wie zu Beginn.
4. Für wen eignet sich der SOTO Stormbreaker?
Vorteile
Der SOTO Stormbreaker ist ein erstklassig verarbeiteter Kocher mit richtig viel Power, sicherem Stand und er ist gut geeignet für große, schwere Kochtöpfe. Er ist daher für alle interessant, die gerne auf ausgedehnte Touren gehen, die vielleicht zu zweit oder zu dritt unterwegs sind und die regelmäßig kochen wollen, ohne sich Gedanken um die passende Gaskartusche machen zu müssen. Betrieben habe ich den Stormbreaker nur mit Reinbenzin und mit Gas. Mit beiden Brennstoffen verbrennt er extrem sauber, an den Töpfen und dem Brenner selbst haftet praktisch kein Ruß oder Schmutz an. Im Benzinbetrieb soll er auch bei tiefen Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt problemlos einsetzbar sein, was ein großer Vorteil gegenüber Gaskochern ist. Getestet habe ich den Stormbreaker bis -8°C was nur dann problemlos funktionierte, wenn der Kocher vor dem Anzünden auf etwa Raumtemperatur vorgewärmt war (siehe weiter oben).
Nachteile
Für wen eignet sich der Stormbreaker eher weniger? Die große Leistung kann auch ein Nachteil sein, denn das Simmern von Gerichten auf kleinster Flamme ist weniger seine Stärke. Der Stormbreaker ist genau genommen ein Dual-Fuel-Kocher, da er nur mit (Rein-)Benzin oder Gas betrieben werden kann. Echte Mulitfuel-Kocher können hingegen noch mit weiteren Brennstoffen wie Diesel oder Petroleum betrieben werden. Wer also unbedingt auf diese Brennstoffe angewiesen ist, muss sich anderweitig umsehen. Zudem ist die Topfauflage des Stormbreakers für sehr kleine Töpfe, Tassen oder einen kleinen Espressokocher mit einem Auflagedurchmesser von kleiner als 7,4 cm zu groß. Durch die im Benzinbetrieb unvermeidbare anfängliche Stichflamme lässt sich der Kocher - anders als ein kleiner Gaskocher - auch nicht zum Kochen im Vorzelt verwenden. Klar, man sollte natürlich niemals im Zelt kochen, auch wenn sich das bei schlechtem Wetter anbietet. Wer in seiner Outdoorküche also statt satter Power mehr Wert auf eine super einfache Bedienbarkeit, ein minimales Packmaß, geringes Gewicht und perfektes Simmern seiner Drei-Sterne-Menüs legt, sollte sich besser einen reinen Gaskocher ansehen, wie z.B. den SOTO Windmaster (hier geht’s zum ausführlichen Test).
Fazit
Beim SOTO Stormbreaker handelt es sich um einen richtig leistungsstarken, erstklassig verarbeiteten und bis ins Detail durchdachten Outdoor-Kocher mit einfacher Bedienung. Trotzdem ist gerade im Benzinbetrieb etwas Übung und Geduld in der Handhabung nötig, bis man ihn sicher beherrscht. Mit Reinbenzin betrieben verbrennt er nach einer kurzen Startphase mit einer gelben (Stich-)Flamme nahezu perfekt sauber und lässt sich in der Brennleistung feinfühlig regulieren. Auch die Geräuschentwicklung ist erfreulich gering. Das Aufpumpen der Treibstoffflasche dauert zwar eine ganze Weile, funktioniert aber selbst bei Minusgraden tadellos. Die integrierte Druckanzeige ist klasse, denn so weiß man immer genau, wie lange man pumpen muss, bis man den Kocher anzünden kann. Die Bedienlogik mit dem Einstellrad, dass man vom Start des Kochens bis zum Ende einfach immer weiter dreht, ist intuitiv und überzeugt sofort, genauso wie die praktische Notaus-Funktion. Bei Minusgraden im Benzinbetrieb sollte man den Kocher etwas vorwärmen, sonst lässt er sich nur schwer anzünden.
Im Gasbetrieb ist der Kocher noch schneller einsatzbereit, da man hier nicht pumpen muss. Die maximale Heizleistung ist mit beiden Brennstoffarten üppig und selbst für 2 bis 3 Personen völlig ausreichend.
Angesichts der sehr hohen Qualität erscheint der Preis fair. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (November 2025) kostet der SOTO Stormbreaker 244,95 € (UVP auf Herstellerseite).
Webseite des Herstellers
https://sotooutdoors.eu (*für die Inhalte fremder Webseiten übernehmen wir keine Haftung)
Tests von ähnlichen Produkten
SOTO Windmaster und Navigator Koch Set
https://www.berghuhn.de/2023/12/21/im-test-soto-windmaster-navigator-koch-set/

































