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EVOC meets Boa® - innovative on-bike Packs

 

Die Kooperation von EVOC mit dem Verschluss-SpezialistenBOA® trägt schöne Früchte. Herausgekommen sind sogenannte on-bike Packs, also Bikepacking-Taschen, die mit robustem, wasserfesten Material, einer guten Verarbeitung und der innovativen Befestigungslösung neugierig auf mehr machen. 

Wir stellen Euch die einzelnen Packs vor, die mit uns auf einer Bikepacking-Tour durch den Apennin auf die Probe gestellt worden sind. Bestätigten sich unsere ersten Eindrücke? Wir werden sehen!

 

Transparenzhinweis:

Die Bilder hat uns EVOC zur Verfügung gestellt, wie auch ein Set der unterschiedlichen Packs. Herzlichen Dank, dass wir alles kurzfristig zur Verfügung bekommen haben, damit die Packs mit uns auf Tour gehen konnten! Die vorgestellten Packs sind ab Herbst 2019 im Handel erhältlich.

Unser erster Eindruck

Die Verarbeitung der Taschen wirkt beim ersten in die Hand nehmen solide und das Verschlusssystem von BOA funktioniert tadellos. Das Material sieht schick aus, ist leicht und wirkt robust.  Außerdem sind die Lenker- und die Satteltasche wasserdicht ausgeführt, ein Punkt der uns sehr wichtig ist. Wir stellen Euch jetzt die Taschen einzeln vor!

Die Lenkertasche - EVOC HANDLEBAR PACK Boa®

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EVOC HANDLEBAR PACKS Boa®

Die wasserdichte Lenkertasche EVOC HANDLEBAR PACK Boa® mit Boa® Drehverschluss lässt sich einfach am Lenker anbringen und ist in den Farben Carbon Grey oder Loam sowie in den Größen M oder L erhältlich. Für unsere Tour verwenden wir die Größe L. 

Mit den einrollbaren Enden, kann man die Größe - in der Breite - bis zu einem gewissen Grad anpassen, damit die Tasche gut zwischen die Bremsschalthebel am Rennlenker passt. Der mittlere Bereich der Tasche ist mit einem innenliegenden Kunststoff versteift. Damit bleibt die Form gut erhalten. 

Die Fixierung auf dem Lenker überzeugt. Bei der ersten Testfahrt ist uns jedoch aufgefallen, dass auch diese Lenkertasche (wie auch bei anderen auf dem Markt) sich nach unten dreht, bis sie am Steuerrohr anliegt. Auch ein sehr festes Anziehen des Drehverschlusses hilft hier nicht weiter. Bei unserem ersten Test am MTB verdrehte sich die Tasche nur deshalb nicht, weil deren Enden zufällig auf den Bremsflüssigkeitsbehältern der Bremshebel am Lenker aufstanden. An einem typischen Rennradlenker dürfte sich die Tasche hingegen so weit nach unten verdrehen, bis sie entweder am Steuerrohr oder den Brems- bzw. Schaltzügen anstößt. Dazu später mehr in unserem Praxistest.

 

Ein zweiter Punkt, den wir persönlich nicht gelungen finden ist der seitliche Klettverschluss an den einrollbaren Enden links und rechts. Er funktionierte zwar tadellos, doch besteht die Gefahr, dass man empfindlichere Kleidungsstücke beschädigt werden und z.B. Fäden zieht, wenn man die Tasche befüllt. Ein simpler Druckkopf wäre hier unserer Meinung nach besser gewesen. 

 

Verfügbare Größen:

M: 2, 5L (30 x 12,5 x 12,5 cm, 200g)

L: 5L (30 x 15 x 15 cm, 260g)

Die Satteltasche - EVOC SEAT PACK Boa®

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EVOC SEAT PACK Boa®

Die wasserfeste Satteltasche EVOC SEAT PACK Boa®  ist im Vergleich zu Satteltaschen anderer Hersteller klein und lässt sich einfach mit dem Boa®-Drehverschluss an der Sattelstange anbringen. Mit zwei weiteren Riemen mit Klettverschluss befestigt man die Tasche am Sattelgestell. Das Volumen dieser Satteltasche lässt sich durch das einrollbare Ende wie bei der Lenkertasche variieren.

Angeboten werden drei Größen: S (1L), M (2L) und L (3L) - wobei wieder die Größe L uns nach Italien auf Tour begleitete. Hier gibts wie bei allen anderen on-bike Packs die beiden Farbvarianten Carbon Grey und Loam. 

Unser erster Eindruck der Satteltasche: Sie ist klasse zu fixieren und hat auch bei unserer Probefahrt wirklich gut gehalten. Man kann sie auch bedenkenlos an Carbonsattelstützen montieren, ein echtes Plus! Die Tasche ist zudem sehr schmal geschnitten, damit streift sie beim Pedalieren auch nicht auf der Oberschenkelinnenseite. Mal schauen wie sich auch hier der Klettverschluss macht, der innen am Taschenende angebracht ist. Klettverschlüsse finden wir prinzipiell gut, aber wenn der raue Teil an softe Funktionskleidung kommt, dann verschleißt der Stoff aus unserer Erfahrung recht schnell. Wie schon bei der Lenkertasche oben angemerkt, hätten wir uns auch hier einen Druckknopf anstelle des Klettverschlusses gewünscht.

 

Verfügbare Größen:

S: 1L (10 x 22 x 10 cm, 170g)

M: 2L (10 x 27 x 12 cm, 198g)

L: 3L (11 x 37 x 19 cm, 225g)

Die Oberrohrtasche - EVOC TOP TUBE PACK

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EVOC TOP TUBE PACK

Eine Oberrohrtasche darf im Sortiment natürlich nicht fehlen. Wir haben diese in der Vergangenheit z.B. für das Smartphone, ein extra Akkupack für die Navigation oder ein paar Energieriegel verwendet. EVOC bietet sein TOP TUBE PACK nur in der Größe S mit einem Volumen von 0,5L an. Ist hier in Zukunft eine weitere Größe geplant? 

Das Material der Tasche selbst scheint uns wasserdicht zu sein, die Nähte sind aber nicht verschweißt oder getapt. Somit ist diese Tasche selbst wohl nicht wasserdicht. Empfindliche Elektronik sollte man daher in einem Drybag extra verpacken. Allerdings dürfte dann der Platz in der ohnehin kleinen Tasche eng werden. Die vorhandenen Klettverschlüsse zur Fixierung lassen sich variabel platzieren. Zudem sind die Seiten, die Rahmenkontakt haben, mit gummierten Streifen zum Schutz vor Verkratzen versehen und sogar ein Röllchen Rahmenschutzfolie liegt den Taschen bei. Solche Kleinigkeiten sind erfreulich. Ein weiteres Feature ist eine seitliche Kabelöffnung, um Navi oder Handy während der Fahrt bequem laden zu können. Auch dazu weiter unten in unserem Praxistest gleich mehr!

 

Verfügbare Größe:

S: 0,5L (15,5 x 8 x 5,5 cm, 75g)

Die Rahmentasche - EVOC MULTI FRAME PACK

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EVOC MULTI FRAME PACK

Das praktische an der kleinen Rahmentasche, die es in den Größen S (0,7L) und M (1L) geben wird, sind die variabel positionierbaren Klettverschlüsse. Die Tasche muss somit nicht zwangsweise im Rahmendreieck am Oberrohr fixiert werden. Man kann sie auch auf dem Oberrohr anbringen, ganz nach Bedarf. Auch hier sind alle Seiten, die Rahmenkontakt haben können, zum Schutz mit Gummistreifen versehen und wieder liegt der Tasche ein Röllchen mit Rahmenschutzfolie bei. Das Material der Tasche ist wie beim Top Tube Pack wasserabweisend. Heißt, der Reissverschluss ist wasserdicht, nur die Nähte der Taschen sind nicht verschweißt und damit nicht vollkommen wasserdicht. Gleich mehr in unserem Praxistest unten.

 

Verfügbare Größen:

S: 0,7L (16 x 8 x 5,5 cm, 89g)

M: 1L (16 x 11 x 12 cm, 123g)

Alle Taschen im Überblick

Unser Zwischenfazit

Wir sind bislang positiv überrascht von diesen Bikepacking-Taschen. Gerade die Kombination mit den tollen Boa-Drehverschlüssen, einer einfachen Montage, der Wasserdichtheit von Sattel- und Lenkertasche, einer gelungenen Optik und der insgesamt hochwertigen Verarbeitung überzeugen uns. Wie sich die Taschen auf Dauer im zum Teil harten Offroadeinsatz bewähren werden, muss sich noch zeigen. Wir sind jedenfalls gespannt auf unseren ausgiebigen Test und schildern Euch jetzt unsere Eindrücke. Am Ende werden wir auch unsere Einschätzung zur idealen Zielgruppe für diese Taschen abgeben.


Der Praxistest

Nach einer zweiwöchigen Bikepacking-Tour durch den Apennin können wir Euch einen besseren Eindruck von den Taschen geben. Die Tour führte uns von Bologna im Zickzack durch die Berge bis nach Genua. Wir fuhren überwiegend auf kleinen Straßen, mit vielen Kilometern auf zum Teil groben Schotterpisten sowie ein paar steilen Hike-a-Bike-Einlagen mit Singletrails durch die Berge. Unsere MTBs waren ordentlich beladen mit Ausrüstung sowie Zelt, Wasser und Essen. Daher hatten wir neben den Taschen von EVOC noch weitere Taschen dabei, wie auf den Fotos zu sehen ist. Vom Charakter war unsere Bikepacking-Tour eine Reise mit vielen Offroad-Passagen sowie asphaltieren Nebenstraßen. Die Route erwies sich als landschaftlich sehr vielfältig und wunderschön, doch auch fordernd für uns und das Material.

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Unsere MTBs mit vollem Gepäck

Wie haben sich die Taschen im Alltag geschlagen? Unser positiver erster Eindruck wurde überwiegend bestätigt, daher fassen wir uns kurz. Natürlich ist dies unsere subjektive Bewertung und manche Nachteile mögen nicht für jeden Nutzer zutreffend sein.

EVOC HANDLEBAR PACK Boa® & EVOC SEAT PACK Boa®

Positiv:

Die Boa-Drehverschlüsse an der Seatpack sowie der Handlebar-Pack funktionieren bislang problemlos, die Taschen lassen sich ruckzuck montieren und abnehmen. Beide Taschen überzeugen uns dahingehend. Auch halten beide wirklich bombensicher am Sattel bzw. am Lenker, selbst im Geländeeinsatz. Und ja, beide sind wasserdicht!

 

Negativ:

Weniger gelungen finden wir die Klettverschlüsse bei beiden Taschen. Man muss wirklich aufpassen, dass man sich an seiner Funktionskleidung keine Fäden zieht, selbst bei der an sich eher robusten Regenkleidung. Ein simpler Druckknopf wäre hier unserer Meinung nach besser gewesen.

EVOC TOP TUBE PACK

Positiv:

Die Oberrohrtasche hält mit den flexiblen Klettriemen sehr gut auf dem Oberrohr und Steuerrohr, der Reißverschluss ist dicht und war leicht zu bedienen. Praktisch war auch, dass man die Klettriemen an unterschiedlichen Punkten durch die Schlaufen an der Tasche fädeln konnte. So lassen sie sich einfach an unterschiedliche Rahmengeometrien anpassen. Statt am Steuerrohr könnte man die Tasche auch am Sitzrohr befestigen.

 

Negativ:

Für uns ist das Volumen etwas zu klein, jedenfalls wenn man ein modernes Smartphone hineinstecken möchte hat man Pech. Ein paar Zentimeter länger wären hilfreich gewesen. Wir haben sie für unsere 10 Ah-Powerbank, ein USB-Kabel zum Laden des Smartphones, ein Sonnen-Lippenpflege, sowie einer Packung Taschentücher verwendet. Mehr hatte darin nicht Platz. Wir haben die seitliche Öffnung für die Kabeldurchführung nicht verwendet, da sie uns zu fummlig war. Statt dessen haben wir das USB-Kabel einfach durch den leicht geöffneten Reißverschluss herausschauen lassen. 

EVOC MULTI FRAME PACK

Positiv:

Die universelle Rahmentasche Multi Frame Pack haben wir bei uns auf dem Oberrohr und an der Sattelstütze montiert. Wir haben zusätzlich unsere Halbrahmentasche im Rahmendreieck verwendet. In der Multi Frame Pack  haben wir nur extra Energieriegel verstaut, an die wir nicht während der Fahrt rankommen mussten. Deshalb war es uns auch egal, dass der Reißverschluss in dieser Position nach unten aufgeht. Von der Größe her war die Variante mit 1 Liter ideal. Beim Pedalieren hat sie nicht gestört und sie hielt sicher am Oberrohr, auch wenn sie primär als Rahmentasche gedacht ist. 

 

Negativ:

Bei unserem Bikesetup mit der Halbrahmentasche und darüber der Multi Frame Pack ergaben sich Überschneidungen mit den Klettriemen der beiden Taschen. Daher ließ sich die Multi Frame Pack am Oberrohr nicht optimal befestigen und verrutschte im Gelände etwas. In Kombination mit anderen Taschen kann es also etwas kniffelig sein, alle Taschen sicher zu befestigen. Wer hingegen nur diese Tasche verwendet, dürfte keine Probleme haben.

Der zweite Punkt betrifft eher unseren MTB-Rahmen mit seinen sehr schlanken Oberrohren als die Tasche selbst. Da der Rohrdurchmesser an der Verbindung von Sitz- und Sattelrohr sehr dünn ist, fehlt der Multi Frame Pack etwas die nötige horizontale Auflagefläche, um nicht zu verrutschen. Verstärkt wurde dieser Effekt durch die relativ langen Klettriemen, die sich selbst mit viel Mühe nicht so eng und fest um den Rahmen wickeln ließen, als dass die Tasche fest sitzen konnte. Wir wollten die Riemen nicht einfach abschneiden und haben deshalb einen weiteren, dünnen Klettriemen durch die Schlaufen an der Tasche gefädelt und am Sitzrohr befestigt. So hielt die Tasche deutlich besser.

Der ideale Einsatzbereich der Taschen

Wir sehen den primären Einsatzbereich der Taschen eher im Mountainbike-Einsatz mit wenig Gepäck. In Verbindung mit einem klassischen MTB-Rucksack lässt sich zusätzliches Gepäck zentral und sicher am Rad verstauen. Selbst Tragepassagen sind damit möglich und der Rücken wird auf langen Touren etwas entlastet bzw. man hat insgesamt mehr Stauvolumen zur Verfügung. Wer also eine längere Transalp plant und entsprechend mehr Ausrüstung oder Essen einpacken muss, dem erleichtern diese Taschen die Tour auf alle Fälle.

Den zweiten idealen Einsatzbereich sehen wir in einer eher minimalistischen Bikepacking-Tour, also ohne Rucksack, ohne Zelt und möglichst mit spartanischem Gepäck.

Unsere Bikepacking-Tour erforderte deutlich mehr Gepäck und wir wollten ohne Rucksäcke am Rücken auskommen, daher haben wir unsere bestehenden Taschen mit denen von EVOC ergänzt. In dieser Kombination waren sie für uns prima, als alleinige Taschen hingegen hätte uns der Stauraum nicht ausgereicht. 

 

Wie genau wir unser Gepäck verstauten und den Inhalt der einzelnen Taschen stellen wir Euch in einem eigenen Artikel vor!

Fazit

Unser Fazit ist schnell gezogen. Die Taschen sind nach 2 Wochen Bikepacking-Tour durch die Berge in einem fast neuwertigen Zustand. Nichts ging zu Bruch und unser Gepäck wurde auch im Offroadeinsatz sicher transportiert. Die Verarbeitung erscheint uns bislang hochwertig und die Details sind - bis auf ein paar Punkte (vor allem die Klettverschlüsse nervten) - durchdacht. Wir werden diesen Blogartikel aktualisieren, sollten wir im Einsatz weitere Besonderheiten feststellen.

 

Und wie sieht's mit der Wasserdichtigkeit der Taschen aus? Seit wir uns erinnern können war dies unsere erste längere Tour ohne größeres Gewitter, Platzregen oder Sturm! Wir erlebten nur einen kurzen Schauer und da blieb alles dicht. 

 

Welchen Eindruck habt Ihr von diesen Taschen?

Schreibt uns wie immer eine Mail an team@berghuhn.de oder kontaktiert uns über die anderen Social-Media-Kanäle, wir freuen uns über Euer Feedback!