TransSardinia XL

2025

Wir waren bereits 2022 mit unseren MTBs auf Sardinien, um das Hinterland auf unserer persönlichen TransSardinia zu durchqueren und waren von der Vielfalt der Natur und Kultur so angetan, dass sich Clemens im Frühjahr 2025 erneut auf die Insel begeben hat, um mehr zu entdecken. Mit welchen Eindrücken er von der Tour zurückgekommen ist, das lest und seht ihr hier!

Wieso Sardinien?

Vor drei Jahren waren wir zwar von der Schönheit der Landschaft und der Gastfreundschaft der Sarden begeistert gewesen, nur war es bereits Ende Mai/Anfang Juni mit Temperaturen von teils deutlich über 30°C extrem heiß gewesen. Für unseren Geschmack war das zuviel und außerdem konnten wir unsere ursprünglich geplante Route nicht ganz beenden. Also war klar, dass ich möglichst bald für eine Bikepackingtour zurückkehren wollte, wenn die Temperaturen erträglicher sind. Zudem wollte ich noch mehr offroad-Kilometer in die Tour einbauen, um die herrliche Natur der Insel abseits des Verkehrs in vollen Zügen zu genießen.

Ich folgte dem Tipp von Einheimischen und kam im April zurück. Üblicherweise, so wurde uns berichtet, seien die Temperaturen im Frühjahr ideal zum Radfahren, nur das Wetter sei insgesamt etwas instabil. Konkret wurden wir gewarnt, denn gerade in den Bergen sei so früh im Jahr mit häufigen, teils kräftigen Regenschauern und zuweilen ziemlich frischen Temperaturen zu rechnen, allerdings soll sich auch die Sonne länger zeigen. Mein Entschluss stand fest, ich würde bereits Anfang April starten und diesmal hatte ich drei Wochen Zeit für die Route eingeplant, also genügend Puffer, um auch mal einen Regentag abzuwarten oder um auf sonstige Überraschungen zu reagieren - und die sollten bald folgen.  

Was ich auf meiner "Bikepacking TransSardinia" im Frühjahr 2025 alles erlebt habe, das sehr Ihr in diesem mehrteiligen Film!

Videoserie zur Tour

Video unserer ersten TransSardinia von 2022.

Video zur TransSardinia XL von 2025 auf YouTube.

Strecke und GPX-Daten

Routenbeschreibung

Unsere Route entspricht teilweise der Strecke von 2022, ergänzt um weitere Offroad-Abschnitte, durch die erst vor ein paar Monaten neu veröffentlichte Route auf Bikepacking.com (Danke an der Stelle für die schöne Strecke!) sowie einer Verlängerung der Route in Richtung Süden und entlang der Westküste. Am Ende schließt sich der Kreis und je nach eigenem Anspruch ist man nach gut 2 Wochen zurück am Startpunkt, dem Fährterminal in Olbia.

Insgesamt gesehen ist unsere Route zwar konditionell fordernd, doch abgesehen von ein paar kurzen, steilen Hike-a-Bike-Passagen mit einem MTB-Hardtail durchgängig fahrbar. Die Strecke verläuft überwiegend abseits der Hauptstraßen auf verkehrsarmen Nebenstraßen mit einigen längeren Offroad-Passagen auf Schotterstraßen und Wanderwegen. Hier ist manchmal auch etwas Fahrtechnik nötig und zuweilen kommt man erheblich langsamer voran als es der Blick auf das Streckenprofil vermuten lässt. Daher ist es sinnvoll,  die Tagesetappen nicht zu lang zu planen, um etwas Puffer zu haben und das Tagesziel bzw. eine Unterkunft zu erreichen. Es empfiehlt sich auch, immer ausreichend Trinkwasser mitzunehmen, denn Quellen gibt es unterwegs nur wenige und einige davon können auch versiegt sein.

Neu hinzugekommen ist auf unserer Route der Abschnitt quer durch die Insel zwischen Oristano und Olbia. Dieser ist technisch einfacher, da er überwiegend auf Asphalt verläuft, doch auch hier summieren sich etliche Höhenmeter. Wer die gesamte Strecke als Runde mit Start und Ziel in Olbia fährt und wie ich voll beladen mit Zelt, Schlafsack und Kocher unterwegs ist, sollte etwa 16 Fahrtage einplanen. So bleibt ausreichend Zeit, um die Insel in seiner ganzen Vielfalt zu erleben, vom Start in der geschäftigen Altstadt von Olbia, der Stille in den Bergen, sowie den wundervollen Sandstränden entlang der Westküste und wieder zurück durchs grüne Inselinnere bis nach Olbia.

Was ist das ideale Fahrrad?

Wer unsere Route komplett fahren will, sollte ein MTB-Hardtail mit einer Federgabel verwenden. Zwar verlaufen einige Kilometer auf asphaltierten Nebenstraßen, doch es gibt auch viele harte, z.T. sehr steile offroad-Abschnitte, sowie ein paar Singletrails mit losem Schotter, die selbst mit einem MTB fordernd sind, gerade mit Gepäck.

Aufgrund zahlreicher, teils steiler Anstiege empfiehlt sich eine bergtaugliche Übersetzung und wegen der vielen Dornen sollte man genügend Flicken dabei haben oder besser tubeless fahren.

Beste Reisezeit, Unterkünfte, Verpflegung

Das Wetter war während meines Aufenthalts von Ende März bis Mitte April recht gemischt. Man muss in der Jahreszeit mit kräftigem Regen, Wind und in den Bergen nachts auch mit teils frischen Temperaturen bis knapp über dem Gefrierpunkt rechnen. Auf den höchsten Gipfeln der Insel lag Anfang April sogar noch ein kleiner Rest Schnee! Umgekehrt kann es auch sehr sonnig und in Küstennähe sogar frühsommerlich warm werden. Die Temperaturen variierten bei mir zwischen 5°C und 24°C. Trotzdem sind aus meiner Sicht das Frühjahr von Anfang April bis Ende Mai sowie die Herbstmonate von September bis Ende Oktober ideal für diese Tour, denn in den Sommermonaten kann die Hitze extrem sein.

Früh im Jahr sind die allermeisten touristischen Einrichtungen noch geschlossen. Ich fand in der Zeit nur einen einzigen geöffneten Zeltplatz vor und selbst ein paar der Agriturismi oder B&B entlang der Strecke waren geschlossen, obwohl sie laut ihrer Webseite geöffnet gewesen wären. Ähnliches gilt für die Einkaufsmöglichkeiten. Nur in den größeren Orten finden sich zuverlässig Supermärkte mit einer breiteren Auswahl an Lebensmitteln, während man in den kleinen Alimentari nie genau weiß, ob sie geöffnet sind oder was sie anbieten. Entsprechend hatte ich fast immer Proviant für 1,5 Tage dabei, was eine gute Entscheidung war. Letztlich war ich auch froh, Zelt, Campingkocher und einen warmen Schlafsack dabei gehabt zu haben, um meine Etappen unabhängig von Unterkünften flexibler planen zu können.

GPX-Daten

Hier gibt's die Streckendaten zum kostenlosen Download. Wer Vorschläge hat, wie sich die Streckenführung in den Teilen 4 und 5 optimieren lässt, um noch mehr gut fahrbare offroad-Abschnitte einzubauen, kann uns gerne eine E-Mail schreiben: team (at) berghuhn.de

 

Anmerkung:

In Teil 2 ist in der Streckenführung eine Schleife erkennbar. Hier sind beide Varianten möglich, wir sind der östlicheren, etwas direkteren Route mit mehr offroad-Kilometern gefolgt.

Übersichtskarte der Gesamtstrecke mit Start und Ziel in der Hafenstadt Olbia. Die gesamte Route umfasst rund 1000 km und knapp 20.000 hm.
Übersichtskarte der Gesamtstrecke mit Start und Ziel in der Hafenstadt Olbia. Die gesamte Route umfasst rund 1000 km und knapp 20.000 hm.

Die 5 Teilstrecken zum Download


Fazit

Unsere TransSardinia XL ist eine konditionell fordernde Strecke mit ein paar kurzen, steilen Hike-a-Bike-Passagen, aber auch ein paar längeren Abschnitten auf asphaltierten Nebenstraßen. Fahrtechnisch gesehen ist die Route meist moderat und mit einem MTB-Hardtail fast durchgängig fahrbar. Die Versorgung mit Proviant und Wasser ist außerhalb der Hauptsaison in den Bergen nicht ganz einfach, hier sollte man vorausplanen und lieber etwas mehr mitnehmen, als gedacht. Wer sich darauf einlässt, die Route außerhalb der Hauptsaison, d.h. nicht in den Sommermonaten zu fahren, muss immer mit ein paar Überraschungen wie schlechtem Wetter oder geschlossenen Unterkünften rechnen. Doch dafür genießt man die wunderschöne Landschaft ohne Touristenmassen. Bei guter Planung kann man die Strecke auch ohne Zelt und Schlafsack mit entsprechend leichtem Gepäck zurücklegen und relativ preisgünstig in B&Bs bzw. Agriturismi übernachten.

Weiterführende Infos