· 

Schlanker Fuß sucht passenden MTB-Schuh

Clemens war auf der Suche nach neuen MTB-Schuhen für SPD-Klickpedale. Die bisherigen MTB Schuhe von Scott mit Boa®-Verschlussystem hatten zwar eine tolle Passform, eine sehr gute Belüftung und einen passablen Grip beim Laufen. Doch die Haltbarkeit der Sohle war zu gering und zudem hätte sie für eine gute Kraftübertragung beim Pedalieren steifer sein dürfen. Nach gefühlt nur wenigen Kilometern mit Bike & Hike-Einlagen während der letzten Bikepackingtouren war vom einstigen Profil der Sohle kaum noch etwas übrig und sogar ein paar Verklebungen zwischen Sohle und Schuh begannen sich zu lösen, höchste Zeit also für neue Schuhe!

In diesem Artikel stellen wir Euch den MTB-Schuh "Code Techlace" von Giro vor. Wir wollen Euch beschreiben, ob und wie sich das ausgewählte Modell letztendlich auf den bisherigen Touren während der letzten Monate bewährt hat. Viel Spass beim Lesen!

 

Transparenzhinweis:

Bei diesem Artikel handelt es sich trotz Markennennungen nicht um bezahlte "Werbung", weil wir den Schuh selbst gekauft haben. 

Giro MTB-Schuh, MTB-Schuh mit Vibram®-Sohle, MTB-Schuh mit Boa®-Drehverschluss
MTB-Schuh Giro Code Techlace

Unsere Anforderungen an den passenden MTB-Schuh

Im Grunde suchten wir "nur" einen soliden Schuh, der sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen soll. Idealerweise eignet sich der Schuh für:

  • die Feierabendrunde mit dem MTB und Gravelbike,
  • mehrtägige Bikepackingtouren in den Bergen bei unterschiedlicher Witterung,
  • Hike & Bike-Einlagen, also Schiebepassagen mit beladenen Bikes in den Bergen.

Damit waren unsere Wünsche an die Ausstattung des Schuhs klar.

  • Passform: Zuallererst war eine gute Passform Pflicht, damit sich der Schuh auch bei langen Tagesetappen und selbst nach mehreren Tagen noch bequem trägt. Außerdem sollte er flach wie ein Halbschuh geschnitten sein, für viel Bewegungsfreiheit und gute Belüftung.
  • gutes Laufen und effizientes Pedalieren: Für die Schiebepassagen musste der Schuh eine langlebige, griffige Sohle für unterschiedliche Untergründe haben, die für eine gute Kraftübertragung möglichst steif sein sollte und sich trotzdem gut zum Laufen eignet. Die SPD-Metallcleats an der Schuhsohle sollten beim Laufen möglichst wenig stören. Dieser Punkt war uns gerade mit Blick auf längere Bikepacking-Touren wichtig.
  • Haltbarkeit: Außerdem sollte der Schuh insgesamt recht robust sein, nicht zu schwer und gut belüftet.
  • Verschlusssystem: Der Schuh sollte ein gutes Verschlusssystem haben - egal ob Boa® oder mit Schnürsenkeln - um ihn auch bei schlechten Bedingungen schnell an- und ausziehen zu können.
  • Nicht zu teuer.
  • Als letzten Punkt sollte die Optik idealerweise auch noch passen.

Logisch, das ist die eierlegende Wollmilchsau, aber damit haben wir klare Auswahlkriterien für den perfekten Schuh.

Der MTB-Schuh Code Techlace von Giro

Der erste Gedanke war, einfach wieder ein Scott Modell auszuwählen, nur diesmal eines mit einer Vibram® Sohle. Bei unseren Bergschuhen hatten wir mit diesem Material seit vielen Jahren gute Erfahrungen gesammelt, sowohl beim Grip auf unterschiedlichen Untergründen und bei schlechtem Wetter, als auch bei der Haltbarkeit. Die vielen in der Folge anprobierten Radschuhe hatten alle nicht die gewohnt gute Passform und kamen damit nicht in Frage.

Nachdem Clemens bei Sportschuhen einen großen (EU 48) und zugleich schlanken Fuß hat, ist die richtige Passform bei Schuhen eine Herausforderung. Die Marke Giro bietet bei seinem hochwertigen MTB-Modell Code Techlace erfreulicherweise unterschiedliche Schuhbreiten an, erkennbar durch den Zusatz HV bzw. HV+ (High Volume). Außerdem gibt es das Modell in sehr vielen Größen von 39 - 50. Das klang alles recht vielversprechend und so bestellten wir uns ein Paar.

Fazit zum Giro Code Techlace nach Monaten im Einsatz

Um es kurz zu machen, der Giro Code Techlace hat sich nach einigen Monaten im harten Einsatz sowohl mit dem MTB, dem Gravelbike und bei zahlreichen Lauf- bzw. Schiebepassagen im Gelände auf recht unterschiedlichen Untergründen echt bewährt. 

Vorteile

  •  Entscheidend war natürlich die für Clemens` schmalen Fuß sehr gute Passform. Mit dem Schuh werden drei verschiedene Einlegesohlen (siehe Fotos) mitgeliefert, um den Schuh weiter an das Fußgewölbe anpassen zu können, das fanden wir prima.
  • Die steife Carbonsohle mit der griffigen Vibram® Sohle und die ansprechende Optik haben zudem überzeugt. Die Kraftübertragung aufs Pedal funktioniert tadellos. Auch fühlt sich der Schuh am Fuß trotz ca. 470 g (ein Schuh in Größe 48 mit SPD-Cleats) verhältnismäßig leicht an und er bietet auch an der Fersenpartie viel Halt. Da er flach geschnitten ist, ist die Bewegungsfreiheit beim Pedalieren perfekt.
  • Wie steht es um die Haltbarkeit? Inzwischen war der Schuh sowohl bei vielen Tagestouren mit dem MTB und dem Gravelbike bei recht unterschiedlichen Witterungen, von über 30°C bis nur 7°C und auch bei Regen im Einsatz. Er musste sich auch bei den letzten Bikepacking Touren im Sommer im Apennin und von München zur Brenner Grenzkammstrasse  mit längeren Schiebepassagen auf Schotter bewähren. Alle Einsätze hat der Schuh erfreulich gut und unauffällig gemeistert. Nach mittlerweile  mehreren Monaten mit intensiver Nutzung auf diversen Touren erscheint uns die Haltbarkeit ziemlich gut. Selbst die Sohle zeigt bislang nur wenig Verschleiß.
  • Der Boa®-Drehverschluss und die zwei Schnürsenkel mit Klettriemen pro Schuh funktionieren bislang tadellos, auch wenn die Kombination anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war.
  • Wer mit der Teilnahme an einem MTB-Rennen liebäugelt und im Matsch und Schlamm beim Laufen mehr Grip will, der kann sich vorne an der Schuhsohle sogar extra Metallspikes anschrauben.
  • Überhaupt lässt sich der Schuh mit einem feuchten Lappen oder Schwamm recht leicht von Schmutz und Dreck befreien.

Nachteile

  • Ein Manko ist die dünne, ungepolsterte Zunge. Beim Radfahren spielt das kaum eine Rolle, aber für die Laufpassagen  würde der Schuh mit einer gepolsterten Zunge sicher mehr Komfort bieten. So drückt die Zunge beim Gehen etwas auf den Fußrücken, was vor allem mit dünnen Socken auffällt. Besser fühlt es sich an, wenn man den den Boa®-Drehverschluss am Schuh nicht zu fest zudreht und auch die extra Klettriemen eher locker lässt. Oder man trägt dickere Socken.
  • Gerade die an sich simplen und im Alltag sinnvollen Schnürsenkel lassen sich wegen der Klettverschlüsse nicht so weit verstellen, wie es damit normalerweise möglich ist. Mit normalen Schnürsenkeln ohne die Klettverschlüsse könnte man die Weite des Schuhs noch besser an den Fuß anpassen, das ist schade.
  • Zudem ist die Belüftung des Schuhs trotz der zahlreichen kleinen Perforationen eher gering. Es kann im Schuh also gerade im Sommer recht schnell schwitzig werden. Bei kühleren Temperaturen bleiben die Füße dafür länger warm.
  • Auf felsigem oder steinigen Untergrund kann man bei Kontakt der Metallcleats mit dem Untergrund leicht wegrutschen. Doch diesen Nachteil hatten bislang alle von uns getragenen Radschuhe.
  • Auch beim UVP-Preis von 299,99 € muss man erst mal etwas schlucken.  

Fazit

Für Clemens überwiegen eindeutig die Vorteile. Angesichts der gebotenen Qualität des Schuhs erscheint uns auch der Preis fair. Daher gibt's für diesen Schuh eine klare Empfehlung!

Fragen, Wünsche, Anregungen?

 Schreibt uns eine Mail an: team@berghuhn.de oder kontaktiert uns über die anderen Social-Media Kanäle.